07.02.2014

Von: Petra Kleine

Grüne sprechen mit der Sparkasse wegen Konten für AsylbewerberInnen

Vorbereitung im Besprechungszimmer der Sparkasse - OB-Kandidatin Barbara Leininger und Henry Okorafor, Sprecher des AK Migration und Flucht der Ingolstädter GRÜNEN.

Hier im Wortlaut das Schreiben der GRÜNEN an Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann.

Einrichtung von Girokonten durch Asylbewerber

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

es sind die Krisenregionen und Bürgerkriegsländer, aus denen die Menschen kommen, die auch in Ingolstadt Schutz suchen.

In einem breiten Konsens hat der Stadtrat von Ingolstadt bereits vor geraumer Zeit die Unterbringung der Asylbewerber in Sammelunterkünften und die Ausgabe von Essenspaketen abgeschafft. Die Flüchtlinge leben hier in kleineren Gruppen und Familien in einzelnen Wohnungen und bekommen Bargeld ausbezahlt, mit dem sie selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Das Eröffnen eines eigenen Kontos wird Asylbewerbern von vielen Banken in Ingolstadt bisher verwehrt.

Wir stellen daher folgenden Antrag:

Die Sparkasse Ingolstadt ermöglicht Asylbewerbern, die in Ingolstadt untergebracht sind,  die Einrichtung eines Guthabenkontos.

Der Verwaltungsrat der Sparkasse bemüht sich um eine schnelle und flexible Lösung.

Begründung:

Viele Asylbewerber sind es auch aus ihren Herkunftsländern gewohnt, die eigene Habe nicht ständig mit sich herumtragen zu müssen. Asylbewerber brauchen ein Girokonto zur sicheren Aufbewahrung des Geldes und eine Bankkarte um vorausschauend wirtschaften und sparen zu können.

Der Zugang zu grundlegenden Bankgeschäften ermöglicht die Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft. Asylbewerber warten durchschnittlich 8 Monate, bis über ihren Status im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschieden wird. Viele von ihnen möchten in der langen Wartezeit gerne arbeiten. Das Verfügen über ein eigenes Konto ist für die Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses  häufig Voraussetzung.

Der Blick auf die Krisenregionen der Welt zeigt, dass mit einem Rückgang der Asylbewerberzahlen nicht zu rechnen ist. Wir sollten uns darauf einstellen und diesen Menschen in den ohnehin engen Grenzen ihrer Lebenssituation einen möglichst selbstbestimmten Alltag ermöglichen.

 

 

Foto: Vorbereitung im Besprechungszimmer der Sparkasse Ingolstadt  (© petra kleine)

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