29.11.2017

Von Petra Kleine

Städt. Zentralküche für Schulen und Kitas – ökologisch und pädagogisch wertvoll

Es war eine große Diskussion vor zwei Jahren: Die Verwaltung hatte die Essen für Kitas und Schulen neu ausgeschrieben und wollte auch gleich das Küchenpersonal extern vergeben. Nun hat sich gezeigt, dass das damals beschlossene Konzept für die Kitas nicht praktikabel ist.

Weder fand sich ein passender Dienstleister, der das Essen zubereitet, liefert und auch das Personal zur Verteilung stellt. Noch passt es in das Kita-Konzept, bei welchem dem Kochen und Essen eine wesentliche pädagogische Bedeutung zugemessen wird, gerade auch für das soziale Miteinander.

Die GRÜNEN hatten sich schon damals vehement für ein anderes Konzept eingesetzt: kochen mit Lebensmitteln aus der Region in einer zentralen städtischen Schul- und Kitaküche. Dann wäre das hauswirtschaftliche Personal in den Kitas städtisch und könnte in das pädagogische Konzept für die Essensverteilung und -zubereitung sinnvoll eingebunden werden.

Die GRÜNEN haben für den kommenden Haushalt einen Antrag eingebracht, eine zentrale, städtische Küche als Vorplanung konkret zu beauftragen.

Hier der Antrag im Wortlaut:

Ingolstadt, 29. November 2017

Städtische Zentralküche für Schulen und Kitas
Antrag zu Tagesordnung und zum Haushalt 2018

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

in der Sitzung des Finanzausschusses am 23.11.2017 hatte ich in der Diskussion zum Stellenplan mündlich einen Sachstandsbericht zum Thema „zentrale Schulküche“ beantragt. Dies möchte ich hiermit auch schriftlich wiederholen, da sich der Sachstandsbericht nun doch nicht auf der Tagesordnung befindet. Um das Thema voranzubringen, sind zudem auch – aufbauend auf dem Prüfungsbericht der Verwaltung – Haushaltsmittel für 2018 einzustellen, für weitere, konkretisierende Untersuchungen zu den organisatorischen, finanziellen, wirtschaftlichen, pädagogischen und gesundheitlichen Aspekten.

Ich bitte Sie, diesen Sachstandsbericht mit in die Tagesordnung des FPA am 30.11.2017 aufzunehmen, dies also als Antrag zur Tagesordnung zu sehen und als

Antrag zum Haushalt 2018 – Haushaltsmittel in Höhe von 50.000 € für die Voruntersuchung und Vorplanung einer zentralen städtischen Küche für Kitas und Schulen werden für 2018 eingestellt.

Begründung:

1. Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Auftragsvergabe für die Essen der Kitas und Schulen war eine eigene, zentrale Schulküche als Alternative gefordert worden. Dieses Thema war der Verwaltung zur Prüfung übergeben worden. Dabei sollte sowohl Fragen der Kapazität, Organisation als auch Finanzen geprüft werden. Das Ergebnis wurde bisher nicht vorgestellt.

2. Bei der Stellenplan-Diskussion letzte Woche wurde auf Nachfrage der GRÜNEN Fraktion dargestellt, dass das mehrheitlich beschlossene Konzept für die Kitas doch nicht aufgeht: Danach wollte man in den Kindertagesstätten das pädagogische Personal dadurch stärken, dass man für die Essensverteilung die Essenslieferanten mit zusätzlichen, also externen Kräften beauftragt. Das bisher bei der Essensverteilung in den Kitas eingesetzte Personal sollte nicht mehr von der Stadt beschäftigt werden bzw. sollten pädagogische Kräfte bei der Essensverteilung nicht mehr eingesetzt werden müssen. Die Personalzeit sollte so im pädagogischen Bereich bleiben können.
Dieser Beschluss konnte so nicht umgesetzt werden. Begründung der Verwaltung war, dass der Auftrag so zwar ausgeschrieben, aber von Dienstleistern nicht angeboten werden konnte.
Zudem wurde deutlich, dass das Mittagessen und Aufbereitung und Verteilung der Mahlzeiten als Teil der pädagogischen Arbeit bzw. des pädagogischen Haus-Konzeptes gesehen wird. Die Einrichtungen selbst möchten diese Aufgabe nicht mit Fremdkräften bzw. externem, evtl. häufig wechselndem Personal besetzt sehen. Es wird also künftig doch so sein, dass wir die hauswirtschaftlichen Kräfte selbst beschäftigen.

3. Im Zusammenhang mit den zahlreichen Schulneubauten und -sanierungen sowie Kitaneubauten kann die organisatorische und bauliche Frage einer städtischen Schul- und Kitaküche ideal mit geplant werden.

Insbesondere das Argument der pädagogischen Relevanz des Essens, der Essenszubereitung und -verteilung war von der GRÜNEN Stadtratsfraktion als besonders wichtig für die Kitas angesehen worden. Darum begrüßen wir natürlich, dass dieses Argument nun auch von der Verwaltung so gesehen wird.

Alle Argumente sprechen zudem dafür, sich nun zeitnah mit der Überlegung einer zentralen städtischen Kita- und Schulküche zu befassen, aus der heraus – regional und bio – gekocht wird und in die Einrichtungen verteilt werden kann. Wir verweisen dabei auch auf die Bürgerhilfe oder die Diakonie, die ihre Einrichtungen aus einer gemeinsamen Küche heraus bekocht und versorgt und auf deren Erfahrungen man vor Ort zurückgreifen kann.

Es war im letzten FPA zugesagt worden, das Prüfungsergebnis bzw. den aktuellen Sachstand der oben genannten Prüfung im nächsten FPA vorzustellen, also am 30.11.2017. Es würde zudem als nächster Schritt anstehen, eine fachliche und bauliche Voruntersuchung für eine zentrale Schulküche zu beantragen und dafür 2018 Haushaltsmittel bereitzustellen. Die Höhe der Summe hängt natürlich auch vom Sachstandsbericht ab und soll in der Diskussion gemeinsam ermittelt werden. Unser Vorschlag ist, 50.000 € Planungskosten einzustellen und eine eigene Haushaltsstelle „Städt. Zentralküche“ einzurichten.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Kleine
Fraktionsvorsitzende

URL:http://ingolstadt-gruene.de/aktuelles-aus-in/news-detail/article/staedt_zentralkueche_fuer_schulen_und_kitas_oekologisch_und_paedagogisch_wertvoll/